Systembewertung

Die Systembewertung als Verfahren wurde von der ZEvA 2004 entwickelt und eingeführt. Soll an einer Hochschule oder einer größeren Fakultät die gesamte Struktur auf Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt werden, bietet die Systembewertung eine Möglichkeit, das Akkreditierungsverfahren zu vereinfachen. Bei der Systembewertung werden zunächst in einem gesonderten Begutachtungsverfahren diejenigen Sachverhalte bewertet, die sich auf die gesamte Hochschule (oder Fakultät) beziehen und für alle Studiengänge gelten. Diese Bewertung wird bei der nachfolgenden Cluster- oder Programmakkreditierung zu Grunde gelegt. Dadurch erhöht sich die Verfahrenssicherheit und der Aufwand für die Akkreditierung der Studiengänge verringert sich erheblich.

Eine Systembewertung ist insbesondere in Fällen sinnvoll, wenn entscheidende Strukturmerkmale der Studiengänge und Verfahren der Qualitätssicherung zentral von der Hochschul- oder Fakultätsleitung vorgegeben werden, und wenn fakultätsübergreifende Kombinationsstudiengänge, z.B. für das Lehramt, zu akkreditieren sind, weil hierbei Aspekte der Studierbarkeit und Berufsqualifikation nur fächerübergreifend bewertet werden können.

Für die Systembewertung wird eine Gutachtergruppe zusammengestellt, die sich mindestens aus zwei renommierten Hochschulvertretern mit Leitungserfahrung, einem Experten für Qualitätssicherung und einem Studierenden mit Erfahrung in der hochschulweiten Gremienarbeit zusammensetzt. Diese Gutachtergruppe formuliert Empfehlungen an die Hochschule, die dann von der Ständigen Akkreditierungskommission (SAK) zur Kenntnis genommen und von der Geschäftsstelle an die Gutachter der Programmakkreditierungen weitergeleitet werden. In der anschließenden Programmakkreditierung ist zu überprüfen, inwieweit die Empfehlungen der Systembewertung von der Hochschule umgesetzt wurden. Um zu gewährleisten, dass diese Empfehlungen auch eingearbeitet werden können, ist der Zeitraum zwischen der Systembewertung und den Programm- bzw. Clusterakkreditierungen entsprechend lang zu bemessen. In der Regel sollte vor der ersten Programmakkreditierung mindestens ein halbes Jahr vergehen.

Systembewertete Hochschulen

SRH Hochschule Heidelberg

Universität Kassel